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Kirche in Not - ACN Deutschland
Als Stiftung päpstlichen Rechts unterstützt ACN (Aid to the Church in Need – Kirche in Not) die Kirche insbesondere dort, wo sie unter Verfolgung, Unterdrückung oder Armut leidet. ACN fördert Projekte der Ortskirchen vor allem in den Ländern, in denen sich die Kirche finanziell nicht selbst tragen kann oder nur mit großen Schwierigkeiten. Das entscheidende Kriterium für die Bewilligung der Projektanträge aus der ganzen Welt ist die pastorale Ausrichtung der Projekte.
Neugestaltung der Eingangsräumlichkeiten
Das Haus wurde renoviert und diese Eingangsräumlichkeiten habe ich also gestaltet. In dem sehr großen „Raum 1“ habe ich einen Ort der Besinnung platziert der sowohl an eine Gefängniszelle als auch an eine Gebetszelle erinnern soll. Die vielen Menschen die im Unternehmen, bzw. mit diesem arbeiten oder diejenigen denen die Hilfe zukommt, können sich hier vertreten sehen.

Eintretend entdeckt man die kostbare Arbeit die nun schon seit so vielen Jahren weltweit geschafft wird durch die Goldbilder, die Evangelien-Graphiken mit Photographien vereinen. Das Eine erleuchtet das Andere. Das Licht fällt durch die auf Glas gedruckten Photos auf die Goldmalerei des Evangeliums und wird zurückreflektiert, sodass die
hellen Stellen des Photos aufleuchten. Da ca. 10 cm zwischen Photo und Gemälde liegen bewegt sich das ganze langsam wenn man dran vorbeigeht. An der Kopfwand läuft leise eine Stichwortreportage aus den Aktivitäten der Kirche in Not welche an die Wand gebeamt wird, oder Aussprüche von Heiligen die das Unternehmen inspirieren.

Wenn man einmal um den Raum gegangen ist kommt man zum Eingang des Kellions, das nur einen Meter von der Raum-wand liegt. Hier muss man sich herunterbeugen um hindurch zu passen. Ein Geste der Verneigung, der Demut aber auch in Gefängniszellen sind die Türpfosten absichtlich
niedrig gehalten. Erst ein 2m dunkler Gang der nur durch das tiefrote, schmale Eckfenster erleuchtet wird dann wendet man sich zum Raum und taucht in eine stille, besinnliche Atmosphäre ein. Bei gewissem Lichteinfall sieht man dass die Wände voll mit Einritzungen in allen Sprachen sind. Auch Zeichnungen und Zählstriche. Hier sind Daten, Namen, Erlebnisse aus dem Leben der Menschen die mit der KIN in Verbindung waren oder sind. Aber auch andere Symbole und Psalm Verse
findet man an den unglaublichsten Stellen. Sie sind absichtlich diskret gehalten damit man auf dem Bett (ein echtes Gefängnisbett aber mit neuer Matratze) sitzend und zum Wandspalt schauend, der vernebelt Helligkeit in den Raum wirft, nicht von einer Worttapete bedrängt
wird. Dieser Spalt deutet die andere Dimension an. Eine innere Hoffnung des Menschen, auch wenn er im Gefängnis eingesperrt ist oder im eigenen Ich. Ein Bersten der Mauer in eine neue Ebene der Interpretation. In diesem Spalt steht auf einer Glass Etage das Fragment einer Piétà, auf einem Glasscherbenhaufen. Die weinende
Gottesmutter. Trotz aller Spiritualität und Frömmigkeit, Inbegriff von Würde mitten im Schmerz. Links ein Tisch, ein Stuhl ein Ort um sich zu sammeln, vielleicht
etwas aufzuschreiben, zu lesen… Vor einem Fenster dessen Glas ebenfalls rauchig weiß vernebelt ist, aber wie Schatten von Gitterstäben aufweist die klares Glas sind, hier kann man durchschauen. – Unsere Wunden sind manchmal die Öffnungen zu einander.

Außen an den Wänden des Kellions sieht man schon beim Eintreten ins Haus, von weitem durch die Flurtüren, ein Gitterfenster an der Wand, welches von innen strahlendes Licht zeigt. Bei näherem Hinsehen findet man auch zerbrochene Ketten im überbelichteten Raum der andeuten soll, das ein Engel Petrus aus dem Gefängnis befreit wie in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Man ist allerdings vom Lichterm geblendet, sodass man weder Petrus noch einen Engel wirklich sieht. Außer man geht am Kellion entlang um die Ecke. Da findet man sie beide, allerdings nur ihre Schatten als stünden sie neben einem und der Engel hält seinen schützenden Flügel über. An der dritten Wand ist es ruhig. Ein Vorsprung ist in die Mauer gemalt worauf ein einziges Buch liegt: Die Bibel. Eine Einladung zu einer Lektüre oder einfach einen Perspektivenwechsel?

Wenn man den Raum verlässt und in den Flur geht trifft man auf eine „Mauer der lebendigen Steine“ wie sie in der Apokalypse beschrieben wird…
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